Ashwagandha – was steckt hinter der Schlafbeere?

Ashwagandha – was steckt hinter der Schlafbeere?

Ashwagandha (Withania somnifera) gehört zu den bekanntesten Pflanzen der ayurvedischen Tradition. Im Deutschen wird sie häufig Schlafbeere genannt, international ist auch die Bezeichnung Indian Ginseng verbreitet.

Die Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und wächst als kleiner Strauch. Besonders wichtig für Nahrungsergänzungsmittel ist meist die Wurzel, aus der Pulver oder konzentrierte Extrakte hergestellt werden.

Die kurze Antwort: Ashwagandha ist eine traditionsreiche Pflanze mit charakteristischen Pflanzenstoffen, insbesondere sogenannten Withanoliden. Sie wird seit Langem in der ayurvedischen Pflanzenkunde verwendet und ist heute vor allem als Bestandteil moderner Nahrungsergänzungsmittel bekannt.

Woher stammt Ashwagandha?

Withania somnifera ist in einem großen Gebiet verbreitet, das Teile Südeuropas, Afrikas und Asiens umfasst.

Besonders eng verbunden ist die Pflanze mit der ayurvedischen Tradition Indiens, wo ihre Wurzel seit Jahrhunderten verwendet wird.

Botanisch bildet Ashwagandha kleine gelbgrüne Blüten und auffällige orange-rote Beeren, die von einem papierartigen Kelch umgeben sind.

Trotz des Namens „Schlafbeere“ werden in Nahrungsergänzungsmitteln meist nicht die Beeren, sondern die Wurzeln verwendet.

Welche Inhaltsstoffe enthält Ashwagandha?

Ashwagandha enthält eine komplexe Mischung natürlicher Pflanzenstoffe.

Besonders bekannt sind:

  • Withanolide
  • Alkaloide
  • Saponine
  • verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe

Die Withanolide gehören zu einer Gruppe natürlich vorkommender Steroidlactone und werden besonders häufig wissenschaftlich untersucht.

Ihr Gehalt kann je nach Pflanzenteil, Herkunft, Anbau und Extraktionsverfahren unterschiedlich sein.

Deshalb können sich zwei Ashwagandha-Produkte deutlich voneinander unterscheiden, obwohl auf beiden lediglich „Ashwagandha“ steht.

 

Welche Effekte werden bei Ashwagandha untersucht?

Ashwagandha wird wissenschaftlich insbesondere im Zusammenhang mit Stress, Schlaf, körperlicher Leistungsfähigkeit und allgemeinem Wohlbefinden untersucht.

Einige klinische Studien berichten Hinweise darauf, dass bestimmte standardisierte Ashwagandha-Extrakte beispielsweise Parameter im Zusammenhang mit wahrgenommenem Stress oder Schlaf beeinflussen können.

Wichtig ist jedoch: Die Ergebnisse einzelner Studien lassen sich nicht automatisch auf jedes Ashwagandha-Produkt übertragen.

Unterschiede bestehen unter anderem bei:

  • Extraktart,
  • Dosierung,
  • Withanolid-Gehalt,
  • verwendeter Pflanzenpartie,
  • Studiendauer.

Deshalb sollte Ashwagandha nicht pauschal mit festen Wirkversprechen wie „senkt Stress“ oder „verbessert Schlaf“ beworben werden.

Warum wird Ashwagandha oft als „Adaptogen“ bezeichnet?

Ashwagandha wird häufig in die Gruppe der sogenannten Adaptogene eingeordnet.

Der Begriff wird traditionell für Pflanzen verwendet, die im Zusammenhang mit der Anpassungsfähigkeit des Organismus an Belastung diskutiert werden.

Allerdings ist „Adaptogen“ keine offiziell zugelassene gesundheitsbezogene Angabe im Sinne der EU-Health-Claims-Verordnung.

In einem kommerziellen Produkttext sollte dieser Begriff deshalb vorsichtig und vor allem im historischen oder wissenschaftlichen Kontext verwendet werden.

Welche Rolle spielen die Withanolide?

Bei manchen Ashwagandha-Extrakten wird angegeben:

„standardisiert auf X % Withanolide“

Das bedeutet, dass der Extrakt so hergestellt wurde, dass ein definierter Gehalt dieser Pflanzengruppe enthalten ist.

Ein Beispiel:

5 % Withanolide

bedeutet, dass 5 % des Extraktgewichts auf die entsprechend definierten Withanolide entfallen.

Diese Angabe ist nicht dasselbe wie ein Extraktverhältnis wie 10:1.

10:1 beschreibt das Verhältnis zwischen eingesetzter Pflanzenmenge und gewonnenem Extrakt.

X % Withanolide beschreibt dagegen die Konzentration bestimmter Pflanzenstoffe.

Wurzelpulver oder Extrakt?

Ashwagandha kann in verschiedenen Formen angeboten werden.

Wurzelpulver besteht aus getrockneter und fein gemahlener Ashwagandha-Wurzel.

Wurzelextrakt wird dagegen durch Extraktion bestimmter löslicher Bestandteile hergestellt und ist dadurch konzentrierter.

Bioherba verwendet beispielsweise bei seinem Ashwagandha Extrakt 400 mg einen 10:1-Extrakt aus der Wurzel von Withania somnifera. Zusätzlich enthält das Produkt Vitamin B6.

Auch als flüssige Variante gibt es bei Bioherba Ashwagandha-Tropfen mit einem 5:1-Wurzelextrakt.

Warum ist die genaue Produktdeklaration wichtig?

Bei Ashwagandha sollte man nicht nur auf die Milligrammzahl achten.

Sinnvoll ist es, zusätzlich folgende Angaben zu prüfen:

  • verwendeter Pflanzenteil,
  • Pulver oder Extrakt,
  • Extraktverhältnis,
  • mögliche Standardisierung,
  • Tagesportion,
  • weitere Inhaltsstoffe.

Ein Produkt mit 400 mg 10:1-Extrakt ist beispielsweise nicht direkt mit 400 mg Wurzelpulver vergleichbar.

Was sollte man bei Ashwagandha beachten?

Ashwagandha ist nicht für jede Personengruppe automatisch geeignet.

Bioherba weist bei seinen entsprechenden Produkten darauf hin, dass sie nicht für Kinder, Jugendliche, Schwangere oder Stillende empfohlen werden.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder besondere gesundheitliche Voraussetzungen hat, sollte vor der Verwendung mit einem Arzt oder Apotheker sprechen.

Fazit

Ashwagandha ist eine traditionsreiche Pflanze, deren Wurzel heute in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt wird.

Besonders interessant sind ihre natürlichen Withanolide und die Unterschiede zwischen Wurzelpulver, Extrakt und standardisierten Extrakten.

Wer Ashwagandha-Produkte vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf die Milligrammzahl achten, sondern auch auf Pflanzenteil, Extraktverhältnis, Standardisierung und Tagesportion.