Tribulus terrestris – was steckt hinter dem Erd-Burzeldorn?

Tribulus terrestris, auf Deutsch meist Erd-Burzeldorn genannt, gehört zu den Pflanzen, die besonders häufig in Nahrungsergänzungsmitteln für aktive Erwachsene zu finden sind. Hinter dem bekannten Namen steckt jedoch eine botanisch interessante Pflanze mit charakteristischen Früchten und einer komplexen Zusammensetzung.
Die kurze Antwort: Tribulus terrestris ist eine ein- bis zweijährige Pflanze aus der Familie der Zygophyllaceae. Sie ist in großen Teilen der Alten Welt heimisch und kommt unter anderem in Europa, Asien und Afrika vor. Auch Bulgarien gehört zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet.
Pro Kapsel und pro Tagesportion – wo liegt der Unterschied?
Ein einfaches Beispiel:
Ein Produkt enthält 500 mg eines Inhaltsstoffs pro Tagesportion und die Einnahmeempfehlung lautet:
2 Kapseln täglich
Dann entsprechen:
1 Kapsel = 250 mg
2 Kapseln = 500 mg pro Tagesportion
Deshalb sollte man beim Vergleich von Nahrungsergänzungsmitteln immer prüfen, auf welche Menge sich die Angabe bezieht.
Bei Bioherba enthält beispielsweise N-Acetylcystein 500 mg 500 mg NAC pro Tagesportion, die empfohlene Einnahme beträgt jedoch 2 Kapseln täglich.
Warum heißt die Pflanze Erd-Burzeldorn?
Der Name lässt sich leicht erklären, wenn man die Früchte betrachtet.
Nach der Blüte bildet Tribulus terrestris kleine, harte Früchte mit ausgeprägten Dornen. Diese können am Boden liegen bleiben und erinnern an kleine stachelige Kletten beziehungsweise „Burzen“.
Gerade diese auffälligen Früchte sind eines der wichtigsten botanischen Erkennungsmerkmale der Pflanze.
Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Je nach Tradition und Produkt können unterschiedliche Pflanzenteile verwendet werden.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur beschreibt Tribuli terrestris herba als die getrockneten, ganzen oder zerkleinerten, blühenden und fruchttragenden oberirdischen Pflanzenteile. Gleichzeitig existieren internationale Monographien speziell für die Früchte von Tribulus terrestris.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig ausdrücklich angegeben, welcher Pflanzenteil verwendet wurde.
Bei Bioherba kommen beispielsweise Produkte mit Tribulus-terrestris-Fruchtpulver oder Fruchtextrakt zum Einsatz.
Was sind Saponine?
Tribulus terrestris enthält verschiedene natürliche Pflanzenstoffe. Besonders bekannt sind die sogenannten Saponine.
Dabei handelt es sich um eine große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe. Bei Tribulus wurden unter anderem steroidale beziehungsweise furostanolartige Saponine untersucht.
Interessant ist, dass die Zusammensetzung nicht überall identisch ist.
Nach Angaben im EMA Assessment Report können sich sowohl der Saponingehalt als auch das Saponinprofil je nach geografischer Herkunft unterscheiden. Es wurden beispielsweise unterschiedliche chemische Profile bei Pflanzen aus Südosteuropa, Westasien, Indien und Vietnam beschrieben.
Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Herkunft eines pflanzlichen Rohstoffs bei Pflanzenextrakten durchaus relevant sein kann.
Pulver, Extrakt oder Tropfen – was ist der Unterschied?
Tribulus terrestris ist in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich.
Pflanzenpulver
Hier wird der entsprechende Pflanzenteil getrocknet und fein vermahlen.
Pflanzenextrakt
Bei einem Extrakt werden bestimmte Bestandteile mithilfe eines Extraktionsverfahrens aus dem Pflanzenmaterial gewonnen und konzentriert.
Tropfen
Flüssige Produkte enthalten den Pflanzenextrakt in einer flüssigen Trägerbasis und ermöglichen eine andere Form der Dosierung.
Bioherba bietet Tribulus beispielsweise als 250-mg-Kapseln mit Fruchtpulver, als 300-mg-Fruchtextrakt sowie als Tribulus-Tropfen mit einem 5:1-Extrakt aus den Früchten an.
Warum ist bei Tribulus die genaue Deklaration wichtig?
Bei pflanzlichen Produkten sollte nicht nur der Pflanzenname betrachtet werden.
Hilfreich sind zusätzlich Angaben wie:
- verwendeter Pflanzenteil,
- Pulver oder Extrakt,
- Extraktverhältnis,
- Menge pro Tagesportion,
- zusätzliche Inhaltsstoffe.
Ein Produkt mit 300 mg Extrakt ist beispielsweise nicht direkt mit 300 mg Pflanzenpulver gleichzusetzen.
Auch bei Tribulus gilt deshalb: Die Zahl auf der Verpackung allein erzählt nicht die ganze Geschichte.
Was sagt die Forschung?
Tribulus terrestris wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen betrachtet. Gleichzeitig weist die EMA darauf hin, dass die klinische Datenlage für verschiedene häufig diskutierte Anwendungsbereiche nicht ausreicht, um eine allgemein anerkannte medizinische Wirksamkeit festzustellen.
Deshalb sollte Tribulus terrestris nicht mit übertriebenen Wirkversprechen beworben werden.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit zusätzlichen Nährstoffen können dagegen die zugelassenen EU-Health-Claims dieser Nährstoffe relevant sein. Einige Bioherba Tribulus-Produkte enthalten beispielsweise Zink, für das zugelassene gesundheitsbezogene Angaben bestehen.
Fazit
Tribulus terrestris ist weit mehr als nur ein bekannter Name auf Nahrungsergänzungsmitteln.
Der Erd-Burzeldorn ist eine botanisch charakteristische Pflanze mit auffälligen Früchten und einer komplexen Zusammensetzung aus verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen.
Wer Tribulus-Produkte vergleicht, sollte deshalb besonders auf Pflanzenteil, Darreichungsform, Extraktart und genaue Deklaration achten.









